Erfolgreiches Linkbuilding für Onlineshops

Der Titel könnte irreführend sein – ich sehe Linkbuilding nicht als speziell wirkstarke Disziplin unter den SEO-Maßnahmen. Es ist ein kritisches Thema für viele Optimierer. Als Google noch weniger auf künstliche Intelligenz bei der Auswertung des Nutzerverhaltens in der eigenen Suchmaschine vertraute und die customer journey wenig bedeutend war, konnten Websites mit recht einfachen Regeln nach dem Schema, wenn du das auf deiner Website das einfügst/änderst/unterlässt, passiert das. So ging es mit Backlinks, die man sich kaufen konnte, um das eigene Ranking zu verbessern, so lief es mit keywords-stuffing (englische Wikipedia), um dem Ganzen einen inhaltliche Fokus zu geben. Damals konnte man Websites, die für eine Nische ein gutes Ranking bekommen sollten, mit völlig inhaltsfremden Begriffen in dem tag meta keywords künstlich nach oben schieben.

Das war 2011, das war vor dem Beginn der Google Panda-Algorithmus-Updates – zum Glück aus meiner Sicht. Ich habe nie etwas von solchen Methoden gehalten – zum Einen aus Faulheit und Geiz – zum Anderen aus Vorsicht.

Gute Ranking-Positionen ohne Linkbuilding?

Nein. Nicht ganz. Ein isoliert stehender Webshop wird immer ein schlechteres Ranking haben als einer mit einer guten Rückverlinkungsstruktur. Nach den Blogbeiträgen auf seonative.de und hostgator.com (auf Englisch) zählen dabei besonders

  • Qualität des Backlinks (Textvariation) und Sichtbarkeit nach eigenen Auswertungen oder den bekannten Sichtbarkeitsindizes (vorsicht bei Nischenseiten, hier könnte auch die riesigste keyword-Basis nicht ausreichen)
  • korrekter Themenbezug, keine reißerischen Thesen
  • natürliches, langsames Wachstum

Backlinks einzukaufen wirkt, wenn man Glück hat, gar nicht, meistens jedoch nach den Qualitätsrichtlinien bei Linktauschprogrammen (online seit 13.01.2009) negativ. So ungerechtfertigt es auch sein mag für einige wirklich relevante Verzeichnisse wie

  • Blogverzeichnisse
  • Adressverzeichnisse
  • Webverzeichnisse
  • Bewertungsplattformen

Google hat mit dem Panda-Update auch diese Backlinks fast in die Bedeutungslosigkeit abgewertet. Angefangen hat es bei amerikanischen Seiten wie Barry Schwartz auf SearchEngineLand schreibt, schwappte dann bald nach Frankreich und Deutschland (am 7.2.2014) über.

Also kein Linkbuilding?

Doch. Es hängt von der Zielgruppe ab. Ein Beispiel: Teile der KFZ-Branche (die so genannten „Bastler“ – soll nicht abwertend klingen) tauschen sich stark in Foren aus. Dieser Backlink wirkt positiv. Angenommen er ist bei einer Diskussion um einen KFZ-Betrieb entstanden, also natürlich mit inhaltlichem Bezug und ohne in einer Signatur zu stehen. Darauf hat man wenig bis gar keinen Einfluss, würde man Einfluss versuchen zu nehmen, könnte das wiederum auffallen und die Wirkung verfehlen. Gute, solide recherchierte Inhalte zu bieten, das können auch Bilder, Grafiken, How-to oder Tabellen sein, ist aus meiner Sicht nachhaltiger. Ein Monitoring, das anzeigt, wer die Inhalte verlinkt, ist notwendig, nicht nur, um die Auswirkungen zu messen, sondern auch, um negativ wirkende Backlinks aufzudecken.

Die Wirtschaftlichkeit von Linkbuilding

Weil Backlinks natürlich entstehen sollten, sind ältere Backlinks wertvoller als neue. Sobald besonders viele Backlinks auf einmal entstehen, ist das verdächtig. Wer als Shopbetreiber eine langfristige Strategie verfolgt und Backlinkbuilding sowieso fester Bestandteil dieser ist, gehört es natürlich dazu. Mit massenhaft gesetzten Backlinks schnell nach vorne zu kommen ist riskant – ob sie gekauft sind oder nur „abgemacht“.

Fazit

Linkbuilding ist nur eines von vielen Möglichkeiten, den eigenen Webshop für Nutzer und damit auch für Suchmaschinen attraktiv zu machen. Besonders wichtig finde ich eine möglichst gute User Experience. Shopsysteme sollten eine gute Basisoptimierung ermöglichen, schnell reagieren, mobiltauglich und über ein vertrauenswürdiges SSL-Zertifikat gesichert sein, schließlich stufen die Browser Firefox ab Version 51 und Chrome ab Version 56 Websites, die Passwort- oder Kreditkartendaten in Formularen ungesichert übertragen als unsicher ein und geben eine abschreckende, konversionsfeinliche Warnmeldung ab. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Warnmeldung auch auf solche Seiten erstreckt, die persönliche Daten erfassen und ungesichert übertragen.

So rückt Linkbuilding ziemlich weit in den Hintergrund als Optimierungsgegenstand.

Christoph Heyn

Christoph Heyn

Online Marketing Manager bei IT-Beratung Heyn
Christoph Heyn verfügt über jahrelange Expertise aus den Bereichen SEO als Strategie und technische Umsetzung. Marketing Compliance in Hinblick der Datenschutzgrundverordnung ist sein zweiter Beratungsbereich. Dadurch beschäftigt er sich zudem mit datenschutzkonformer Webanalyse-Verfahren und deren Interpretation und Aussagekraft. Als Online-Marketing-Manager 4 Rent bietet er sein gesammeltes Wissen im Rahmen eines standardisierten Analyse- und Bewertungsverfahrens an, das Herr Heyn im Rahmen von konkreten Handlungsempfehlungen und monatlichen Audits an seine Kunden liefert.
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