Recap SEOkomm 2016

Während der SEOkomm 2016 seitlicher Blick in den Zuschauerraum

Eine Stadt wie Salzburg eignet sich aus meiner Sicht sehr gut für Konferenzen: eine sehr gute Anbindung sogar per Flugzeug, akzeptable Übernachtungskosten und der Konferenzort Brandboxx fast ländlich gelegen – ein angenehmes Umfeld. Und, was soll ich sagen, die Organisation durch get on top (Oliver und Uschi) war extraklasse.

als Konferenzteilnehmer erkennbar
Stromversorgung hat nicht mehr in den Rucksack gepasst.

Was ist (neben Trinkwasser und Strom) das wichtigste für einen vernetzten Menschen wie uns SEOer und Web-Marketer? Schnelles Internet. Den Backlink haben sich die Wifirockstars verdient. Gute Verbindung und sogar mein Smartphone von Apple kam damit zurecht.

Aber ohne Laptop wäre man sowieso aufgeschmissen gewesen. So viel Information, gut und kurzweilig vorgetragen, bekam man nicht nur bei Marcus Tandler in der Keynote sondern auch bei allen anderen Vortragenden. Marcus machte seinem Namen als Folienhochgeschwindigkeitsschleuderer alle Ehre und ließ während seiner Redezeit von nominell 45 Minuten 414 Folien durchflippen. Okay, manche Folien bestanden nur aus einem Wort. (Für die Zahlenmenschen: das sind etwa alle sechseinhalb Sekunden eine neue Folie!)

Alte Bekannte aus der Webanalyse

Die Absprungrate und die Aufenthaltsdauer sind neben der Durchklickrate weiterhin wichtige Metriken, um einen long click (Benutzerinteraktion, an die sich ein längerer Verbleib anschließt, meist eine Customer Journey) zu erreichen. Allerdings wird die Zählung der Metriken in Webanalyse-Software stark verwässert, da mittlerweile bis zu 70% der Anfragen auf Websites von Bots generiert werden. Wohl dem, der entsprechende Filter eingerichtet hat und sie regelmäßig pflegt.

Marcus zeigt den Search Intent am Beispiel continental-reifen.de. Ich gehe hier wegen der Nähe zu www.tyre24.de (gehört auch zur SAITOW.AG) nicht näher drauf ein.

Ein paar Zahlenauswertungen zeigen, wie wichtig page speed (Seitenladegeschwindigkeit) ist, ein Thema und eine Sau, die zwar häufig durch die SEO-Dörfer getrieben wird, aber immer noch sehr relevant ist. Mit dem geeigneten CDN (z. B. AMP, wo Google selbst schon der Inhalte-Hoster ist) und durch saubere Websites kann man Ladezeiten von unter 2 Sekunden erreichen, besser wären natürlich 1 Sekunde. Thematisch passend weise ich hier besser nicht darauf hin, dass wir exzellentes Webhosting anbieten, sonst wäre das ja Schleichwerbung.

Ich finde den Ausdruck „mit dem Stahlbesen durch die Website gehen“ treffend. Und genau das werde ich in der nächsten Zeit noch stärker tun – denn, was weg ist, brauch nicht optimiert zu werden! Und das Crawl-Budget bleibt geschont und erhalten für die wirklich wichtigen Sachen.

Websites entmüllen

Dominik Wojcik hinterlegt es an einigen Beispielen, wie wichtig das ist und welche Auswirkungen es haben kann. Das heißt, man solle nur jene Seiten in den Index nehmen lassen, die wirklich für die Suche taugen und gefunden werden sollen — der Suchintention entsprechen. Das ist leicht gesagt jedoch nur schwierig umzusetzen: eine Kaufintention kann man anhand gewisser Suchbegriffe recht gut eingrenzen, eine Suche nach Information hingegen nicht so leicht erkennen.

Auszeichnungen nach schema.org können helfen, den Kontext für Suchmaschinen leichter erkennbar zu machen, Verlinkungen stützen die semantische Einordnung.

Hier ein paar von Dominiks Tipps

  • Lieber wenige Seiten mit hoher Qualität erstellen
    • noindex hilft, unwichtige, nicht indizierwerte zu markieren
    • EXIF-Daten aus Bildern werden bereits ausgewertet
    • Vorsicht beim Verändern der Bilddatenkomprimierung, manche Verfahren verhindern ein Crawling
    • Texte und Bilder aufeinander abstimmen
  • robots.txt-Regeln möglichst nicht nutzen
  • auch Inhalte für mobile Endgeräte optimieren: kürzen, anders anordnen

Ziel des ganzen: Den so genannten Sweet Spot, das ist die Schnittmenge aus guter interner Verlinkung, Indexmanagement und Crawling, treffen.

Making sites uber fast (in English)

Fili Wiese vertritt eine drastische Meinung über die Notwendigkeit, eine schnelle Websites zu haben – unbedingt.

Seine These: Du spielst mit deiner digitalen Reputation, wenn du eine langsame Website hast. Nutzer würden sich das merken und dich das nächste Mal nicht besuchen.

Um wirklich zu erfahren, wie schnell eine Website ist, soll man verschiedene Werkzeuge nutzen.

Das Ziel ist (mobile first lässt grüßen), dass die Website 500kB Daten laden muss und das in 30 oder weniger Anfragen.

Seine Tipps:

  • unbenutzte CSS-Regeln entfernen
  • Caching nutzen
  • https ist ein „Musthave“ – am besten mit OCSP stapling
  • Redirections optimieren, auch sie kosten Zeit, gegebenenfalls hsts verwenden
  • Vorausladen (preloading) nutzen, aber prüfen, dass wirklich Gebrauchtes geladen wird

Ein Fahrplan für den verlustfreien SEO-Relaunch

Fabienne Colling zeigt oft Übergangenes bei Relaunch-Projekten. Es gibt hierzu sehr viele Beschreibungen im Netz, die die Eckpunkte eines Relaunches aufzählen. Ich gehe hier nur auf für mich wissenswerte ein.

Jede Website hat eine mehr oder weniger erfolgreiche Vorgeschichte. Sicherlich war nicht alles schlecht an ihr. Besucher und auch Suchmaschinen messen die neue Website an der alten. Daher sollte man sich bewusst machen, was an der jetzigen Website gut ist und das erhalten oder transformieren. Das gilt vor allem für URL (was später noch von Knut bestätigt werden wird): gerade extern gut verlinkte (und damit auch potenziell in Offlinelesezeichenverzeichnissen abgespeicherte) URL beibehalten!

Den IST-Zustand mit einer SWOT-Analyse transparent machen. Darauf aufbauend den Relaunch planen und umsetzen.

Die Frage aus dem Publikum, ob es denn sinnvoll sei, den Relaunch einem Projektmanager (hier wohl Change Manager) zu überlassen, beantwortete Fabienne so: Es macht keinen Sinn, sondern man überlässt es demjenigen, der für die Website verantwortlich ist. Er müsse die Fäden zusammenhalten. Und zusätzlich: Sobald der Relaunch als Prozess (und damit agil) gedacht wird, braucht man nicht einmal den Relaunch selbst als Relaunch zu planen, da die Optimierungen und Änderungen ja ständig erfolgen. Das klappt aber nur selten.

PANEL: Ask Google – ask John Müller

John Müller wurde von drei SEOern zu unterschiedlichen Themen befragt. Es gibt im Recap-Verzeichnis SEOkomm 2016 sicher eine Quelle, wo man jede einzelne Frage mitsamt seiner Antwort nachlesen kann. Mir in Erinnerung ist die spannende Frage geblieben, was Google’s Aussage, „Mobile first“, denn zu bedeuten habe. John ging auf die Frage nicht direkt ein; wichtig seien die Inhalte einer Website, die man jedem, und damit vor allem der immer größer werdenden Anzahl mobiler Nutzer, zeigen möchte. Es soll nicht mehr nötig sein, auf die Desktop-Version einer Website wechseln zu müssen, um alle Inhalte erfassen zu können. Offensichtlich hat Google einen Weg gefunden, dieses Nutzerverhalten als KPI festzuhalten.

Immer noch eine Herausforderung für viele Shops ist eine wirklich auf hochauflösendenden Bildschirmen mit wenig Inhalt (um mobile Endgeräte technischer zu definieren) funktionierender Einkauf mit Zahlfunktion und Checkout. Das ganze natürlich https-abgesichert und am liebsten demnächst alles über .

John Mueller sitzend mit Laptop auf der SEOKomm 2016 in Salzburg
Johannes Müller oder John Mueller, ein zurückhaltender Star  für Webmaster

Besseres Shop SEO

Knut Barth befüllte die Zuschauerraum mit hochkomprimiertem Inhalt zu Shop SEO. Obwohl die Podiumsdiskussion mit John Müller nur 98,5% Aufmerksamkeit erforderte, war ich spätestens nach 15 Minuten war so satt, dass ich mehr und mehr Folien fotografierte und ohne zu reflektieren mitschrieb. Zwischenzeitlich musste ich mich konzentrieren, um die wenigen Bewegungen, die Knut während des Vortrags machte, mitzubekommen – bei einem Thema taute er auf und kam regelrecht in Aufregung:

Wenn Besucher nach der Suche nach „Brennholz Kiefer“ den eigenen Shop in den Topten finden, obwohl dort Möbel aus Kiefer angeboten werden. Das ist eben das schwere Los, wenn man auch für ungewollte Suchanfragen hoch gelistet wird.

Damit der Eintrag nicht noch länger wird (und weil es ja auch auf den Folien nachzulesen ist, die leider nur den Teilnehmern zugänglich sind), fokussiere ich auf eine Aussage: so genannte Evergreen-Seiten (Landeseiten zum Advent, Ostern, Mutter- und Vatertag) sollen die URL behalten und lediglich aus der Verlinkung entfernt werden, um sie im nächsten Jahr wieder unter derselben URL erreichbar zu machen. So kann man am ehesten das Ranking der Landeseite wieder erreichen.

Quo vadis SEO?

Bastian Grimm blies ins gleiche Horn wie Marcus aus der Keynote, nimmt die Perspektive des Benutzers ein.

Google beherrscht (je nachdem auch, was für Endgeräte wir verwenden), ziemlich viel vom täglichen Leben. Für mich klang das wie: Findet euch damit ab und lasst uns das Beste daraus machen.

Deshalb:

  • bringt eure Snippets in Ordnung
  • stellt endlich auf https besser gleich (mit geringem Mehraufwand) auf http2 um.
  • bedenkt, dass einige Inhalte durch die erkannte Suchintention (Search Intent) direkt durch Google beantwortet werden
  • verwendet Rich Cards – sie können helfen, trotz universal search sichtbar zu sein
Infobox in den SERP
Suchergebnis von „was tun bei Sodbrennen“ in Google: Infobox wird angezeigt

AMP ist zwar für den Anwender toll (schnell, responsive, demnächst auch für Shops) aber Besucher einer AMP-Seite sind selten wirkliche Nutzer der Website. AMP wird konsequent (demnächst auch nur noch von https-Seiten) von Googles CDN ausgeliefert.

Die Suchintention noch besser zu verstehen in Kombination mit mehr künstlicher Intelligenz (Stichwort RankBrain) wäre der Trend in der Suche (aus meiner Sicht nicht nur bei Google) in den nächsten Monaten.

Der Ausklang

Den Vortrag von Christoph Cemper habe ich nur teilweise erlebt. Linkbuilding sei auch in 2017 wichtig. Ja, und ein T-Shirt gabs auch, leider viel zu groß, aber ich war spät dran.

Die Abendveranstaltung war ein würdiger Ausklang des informationsreichen Tages. Auch hier kamen wieder interessante Gespräche zustande. Oliver und Uschi waren auch ziemlich spät noch da. Respekt nach einem so langen Tag.

Andere Recap:

Recap SEOKomm 2016 von seonative – die ultimative Zusammenfassung

Christoph Heyn

Christoph Heyn

Online Marketing Manager bei IT-Beratung Heyn
Christoph Heyn verfügt über jahrelange Expertise aus den Bereichen SEO als Strategie und technische Umsetzung. Marketing Compliance in Hinblick der Datenschutzgrundverordnung ist sein zweiter Beratungsbereich. Dadurch beschäftigt er sich zudem mit datenschutzkonformer Webanalyse-Verfahren und deren Interpretation und Aussagekraft. Als Online-Marketing-Manager 4 Rent bietet er sein gesammeltes Wissen im Rahmen eines standardisierten Analyse- und Bewertungsverfahrens an, das Herr Heyn im Rahmen von konkreten Handlungsempfehlungen und monatlichen Audits an seine Kunden liefert.
Christoph Heyn

Letzte Artikel von Christoph Heyn (Alle anzeigen)


GUTE-URLS

Wordpress is loading infos from ampproject

Please wait for API server guteurls.de to collect data from
www.ampproject.org/learn/about-am...

Avatar for Christoph Heyn
Über Christoph Heyn 7 Artikel

Christoph Heyn verfügt über jahrelange Expertise aus den Bereichen SEO als Strategie und technische Umsetzung. Marketing Compliance in Hinblick der Datenschutzgrundverordnung ist sein zweiter Beratungsbereich. Dadurch beschäftigt er sich zudem mit datenschutzkonformer Webanalyse-Verfahren und deren Interpretation und Aussagekraft. Als Online-Marketing-Manager 4 Rent bietet er sein gesammeltes Wissen im Rahmen eines standardisierten Analyse- und Bewertungsverfahrens an, das Herr Heyn im Rahmen von konkreten Handlungsempfehlungen und monatlichen Audits an seine Kunden liefert.

1 Trackback / Pingback

  1. SEOkomm 2016 in Salzburg - Recap mit Video, Fotos und Tipps

Kommentar verfassen